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Bald schon ist Weihnachtszeit

Ein Leiterwechsel kurz vor dem Adventskonzert? Es gibt Formationen, die können das so schnell nicht kompensieren. Ganz anders der „Schaumburger Jugendchor“, der unter der neuen Dirigentin Jelena Agbaba einen rundum gelungenen Auftritt hinlegte.

Wer den Schaumburger Jugendchor kennt, weiß: Hier wird Gemeinschaft groß geschrieben. Der Vorstand und die Sänger halten fest zusammen, es gibt ein beeindruckendes Wir-Gefühl, dass das Ensemble auch in schwierigen Zeiten zusammenschweißt. Wie viel dieses Gefühl wert ist, zeigt sich immer dann, wenn es schwierig wird und der Chor mit unverhofften Ereignissen umgehen muss.

So eine Situation ist vor einigen Wochen eingetreten. Dirigent Andreas Mattersteig, der die Formation neun Jahre lang geleitet hat, hatte eine neue berufliche Herausforderung angenommen und stand deshalb kurzfristig nicht mehr zur Verfügung. Umso höher ist es dem Chor anzurechnen, dass er am 2. Advent in der Stadtkirche gesungen hat. Dazu gehören Mut und Selbstvertrauen. Man habe den Auftritt nicht absagen wollen, weil sonst etwas fehlen würde, erläutert Jörg Nitsche die Entscheidung des Vorstands. Und nach dem Konzert: „Ich bin superstolz auf unsere Sängerinnen und Sänger.“

Das fand ganz offensichtlich auch das Publikum, das die beiden Chöre – Konzertchor und Kinderchor – mit viel Beifall bedachte. Zuhörer Heinrich Bruns: „Das war ein tolles Konzert, das so richtig auf die Weihnachtszeit eingestimmt hat.“ Ein Lob verdienten an diesem Sonntag aber nicht nur die Sänger, sondern auch Jelena Agbaba, die ihre schwierige Aufgabe mit Bravour erledigt hat. Die Chöre folgten ihrem Dirigat bis in die feinsten Nuancen.

Doch zurück zum Programm, dass mit dem wunderschön intonierten Choral „Lob Gott, ihr Christen alle gleich“ und einem zurückgenommen, fast schwebenden „Ave Maria“ schon zu Beginn einen ersten Maßstab setzte. So einen hellen klaren Sopran hört man wirklich nur selten – die gute Stimmbildung macht sich an dieser Stelle mehr als bezahlt. Ausdrucksstark auch das folgende Lied: „Can you hear me“ von Bob Chilcott. Ebenfalls wohltimbriert, aber mit wesentlich mehr Druck folgt das komplexe „Exsultate justi in Domino“, mit seinen vielfachen Wechseln in Höhe und Rhythmik. Schade nur, dass der Zauber des Auftritts immer wieder von lauter Musik vom „Hüttenzauber“ gestört wurde.

Der Auftritt des Kinderchors zeigte schließlich, dass einem auch um den Nachwuchs nicht bange sein muss. Erstaunlich, wie homogen sich das kleine Ensemble schon in diesem Alter präsentiert; da wachsen ganz offensichtlich einige wirklich gute Stimmen heran. Die jungen Sänger brachten gleich mehrere Lieder zu Gehör, unter anderem das anrührende „Bald schon ist Weihnachtszeit“ und „Engel haben Himmelslieder“. Drollig: das lustige „Mein Hund und ich“, das von den Zuhörern mit viel Applaus bedacht wurde.

Den Schlusspunkt unter ein großartiges Konzert auf hohem Niveau setzte wieder der Konzertchor mit „Noel“, das luftig und fast schon schwerelos daherkam. Ebenfalls bestens intoniert war das Lied „Carol of The Bells“ („Hark, how the bells…“) mit seinem glockenartig hin- und herschwingenden Refrain. Das Finale endete mit einem Weihnachts-Medley und einem gemeinsamen Auftritt von Konzertchor und Kinderchor (mit brennenden Kerzen). Ein schöner Anblick und ein stimmungsvoller Einstand in der Adventzeit.

Das am Ausgang gespendete Geld geht an die Elterninitiative krebskranker Kinder am Klinikum Hannover.

Zum Schluss dirigierte die neue Leiterin, Jelena Agbaba, einen gemeinsamen Chor aus Konzertchor und Kinderchor.

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